Von der Geburt des Internets zum neuen Autoritarismus

Das 20. Jahrhundert war von Medien dominiert worden, die Millionen Menschen gleichzeitig mit dem gleichen Material belieferten – von Radio und Zeitungen, Filmen und Fernsehen. Diese Art von Top-down-Massenmedien vom Typ Eines-für-viele hatte es Orwells „Big Brother“ ermöglicht, sich an der Macht zu halten. Jetzt hingegen wurden die Amerikaner des Internets gewahr. Sie glaubten, es werde leisten, was frühere Medien nicht leisten konnten: Es würde die Menschen befähigen, für sich selbst zu sprechen, im unmittelbaren Kontakt miteinander, und das weltweit. „Wir haben es jetzt mit echter Individualisierung zu tun“, schrieb Nicholas Negroponte, Professor am MIT, 1995 in seinem Bestseller „Being Digital“. Unternehmen, Branchen, ja sogar ganze Nationen würden sich mit dem Rückbau zentralisierter Autoritäten bald gründlich wandeln. Hierarchien würden sich auflösen und an ihre Stelle trete Peer-to-Peer-Kooperation. „Ebenso wenig wie eine Naturgewalt“, schrieb Negroponte, „kann man das digitale Zeitalter aufhalten oder sich ihm verweigern.“

https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2019/maerz/die-truegerische-verheissung

Soziale Kontrolle 4.0? Chinas Social Credit Systems

Wo beginnt die Dressur und wo endet der Gehorsam ?

Für deren Berechnung wird eine gewaltige Masse an Daten erfasst: Zahlungsmoral, Strafregister, Einkaufsgewohnheiten, digitales Surf- und Kommunikationsverhalten sowie das Sozialverhalten im Allgemeinen. Wer sich konform verhält, wird belohnt: etwa mit günstigen Krediten, dienstlichen Beförderungen oder dem schnellerem Durchlaufen von Sicherheitskontrollen. Bei unerwünschtem Verhalten drohen hingegen entsprechende Strafen. Mehr unter Blaetter.de

Blaetter.de von Katika Kühnreich

Premiere von Waldemar 07.06.19 Rationaltheater München

Waldemar, ein Lastwagenfahrer, geboren in einem Lastwagen, dessen Eltern ebenfalls Lastwagenfahrer sind oder waren. Er macht sich so seine eigenen Gedanken zur Digitaliserung.

Unerwartet, wie aus dem Nichts bekommt er ein Geschenk zugestellt, ein Großes. Es ist das individuellste und doch alltäglichste Geschenk, dass man sich vorstellen kann. Es ist ein Stuhl mit vier Beinen. Stück für Stück entwickelt sich eine Beziehung zwischen den Beiden. Er wird hineingezogen, verwickelt und gräbt dabei immer tiefer in seiner Vergangenheit und teilt seine Geheimnisse und Wünsche mit dem Stuhl. Dabei steigt immer höher und steigt und steigt, alles ist zum Greifen nahe ….

Schauspieler: Markus H. Eberhard, Joachim Assfalg

Regie: Jürg Schlachter

Bühne/Kostüm: Aylin Kaip

Produktion: Joachim Assfalg

Sponsoren: Federseebank eG, Richard Stury Stiftung, Kessler Group

Kooperationen: Zeit ohne Netz – eine Initiative der Handballakademie Bayern e.V., mit Unterstützung von Rationaltheater München e.V.

Ein ausgesprochen sehr guter Artikel – Erfolg, wider Erfolg von Hans Ulrich Reck

Die Menschen sind nun nur noch insoweit werthaft oder wertvoll, als sie vom maschinisierten System als Ganzes mitsamt ihrer Lebenszeit konsumiert werden.  Hans Ulrich Beck

 

https://www.kunstforum.de/artikel/erfolg-wider-erfolg/

Ziemlich beste Freunde mit Freude in Dinkelsbühl

Die Premiere ist zwar jetzt schon ein paar Tage her aber hier ein paar Eindrücke aus der Sommer Produktion in Dinkelsbühl. Unter der Regie von Frank Piotraschke wurde aus einem Kinofilm, eine sehr gelungene Neuübersetzung für die Bühne  von „Ziemlich beste Freunde“ kreiert.

Premiere am 31.03 MeierMüllerSchulz oder Nie wieder einsam

Die Bühne Bruck zeigt die Geiselfarce von Marc Becker. Also es gibt mehr Geiseln als man denkt und als man sieht. Nein nein sie verstecken sich nicht, manche schon aber anderen wird es einfach gemacht und Sie werden einfach entführt.  Es werden auch teilweise die verschiedenen Arten von Geiselung durchgeführt, von der Selbstgeiselung (nicht in kirchlichem Sinne sondern eher Richtung Kapitalismus) oder von der anderen Seite betrachtet, aus der Sicht der Entführer. Das hier eine ungeahnte Sprengkraft liegt ist direkt nachvollziehbar.  Aber warum entführt man jemanden ? Braucht man Geiseln ? Immer diese Fragen, wer mag das schon. Nicht das sich an den bestehenden Zuständen etwas ändert, dass wollen wir doch nicht. Veränderung ist doch schlecht oder ? Ist keine Veränderung = Sicherheit ? Ahaha. Ja, genau.
Karten unter Bühne Bruck .
Friederike Peters            Alexander Wagner              Joachim Aßfalg

 

"Meier Müller Schulz" = unkonventionell, experimentell

Gerade stecke ich in den Proben zu „Meier Müller Schulz“ das in der „Neuen Bühne Bruck“ Ende März seine Premier haben wird. Es ist wirklich eine köstliche Farce. Nach dem Motto „Die Gedanken sind frei, wer kann Sie erraten“ wird hier nach dem Anfang gesucht oder besser gesagt nach der Ursache. Wieviele Dinge sich im Leben sich verselbstständigt haben und wir den Grund für unser Handeln einfach vergessen haben. Es wird auch einbisschen was gegessen und dabei kommt man ja bekanntlich leicht ins philosophieren. Noch eine Geisel, einen Entführer und eine Nachbarin und los geht das Karussell.
http://www.buehne-bruck.de/