NEWS TERMINE "Der rosa Mattis mit seiner Mischpoke im kleinen Horrorladen"

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ACHTUNG !!!! ACHTUNG !!!!!!
Den „Rosa Winkel – Sherman Bent“ spielen wir noch am 20.02 um 20 Uhr in der Neuen Bühne Bruck.  Wir wurden jetzt mit dem Stück auch nach Dachau eingeladen, was uns sehr freut, dort wird am 6. März im Ludwig-Thoma-Haus gespielt.
Karten für Bruck können unter Bühne Bruck bestellt werden.


 
Photo Aylin Kaip
Photo Aylin Kaip

Die „Mischpoke“ ist auch unterwegs, gleich dreimal. Es werden für mich die letzten drei Vorstellungen mit dem JSEM sein. In Lohne, Bocholt, und Borken. Wir fahren sozusagen zu nur zu „o“.


WP_20160205_12_49_44_ProIn Dinkelsbühl bin ich schon mitten in den Proben zu Ronja Räubertochter. Eine Freude ist es den Mattis von Ronja Räubertochter aufleben zu lassen. Ein Räuberhauptmann mitten in der „Kindererziehung“ mit Existenzproblemen, der sich noch im „kleinen Horrorladen“ blicken lässt.
Karten können unter Landestheater Dinkelsbühl bestellt werden.
 
 

Probenbeginn in #Dinkelsbuehl mit Ronja Räubertochter #AstridLindgren #Friedenspreis

Niemals Gewalt!

Liebe Freunde!

Das erste, was ich zu tun habe, ist Ihnen zu danken, und das tue ich von ganzem Herzen. Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels strahlt einen solchen Glanz aus und ist eine so hohe Auszeichnung, dass es einen fast überwältigt, empfängt man ihn. Und jetzt stehe ich hier, wo schon so viele kluge Männer und Frauen ihre Gedanken und ihre Hoffnungen für die Zukunft der Menschheit und den von uns allen ersehnten ewigen Frieden ausgesprochen haben – was könnte ich wohl sagen, das nicht schon andere vor mir gesagt haben?

Über den Frieden sprechen heißt ja über etwas sprechen, das es nicht gibt. Wahren Frieden gibt es nicht auf unserer Erde und hat es auch nie gegeben, es sei denn als Ziel, das wir offenbar nicht zu erreichen vermögen. Solange der Mensch auf dieser Erde lebt, hat er sich der Gewalt und dem Krieg verschrieben, und der uns vergönnte, zerbrechliche Friede ist ständig bedroht. Gerade heute lebt die ganze Welt in der Furcht vor einem neuen Krieg, der uns alle vernichten wird. Angesichts dieser Bedrohung setzen sich mehr Menschen denn je zuvor für Frieden und Abrüstung ein – das ist wahr, das könnte eine Hoffnung sein.

Doch Hoffnung hegen fällt so schwer. Die Politiker versammeln sich in großer Zahl zu immer neuen Gipfelgesprächen, und sie alle sprechen so eindringlich für Abrüstung, aber nur für die Abrüstung, die die anderen vornehmen sollen. Dein Land soll abrüsten, nicht meines! Keiner will den Anfang machen. Keiner wagt es anzufangen, weil jeder sich fürchtet und so geringes Vertrauen in den Friedenswillen des anderen setzt. Und während die eine Abrüstungskonferenz die andere ablöst, findet die irrsinnigste Aufrüstung in der Geschichte der Menschheit statt. Kein Wunder, dass wir alle Angst haben, gleichgültig, ob wir einer Großmacht angehören oder in einem kleinen neutralen Land leben. Wir alle wissen, dass ein neuer Weltkrieg keinen von uns verschonen wird, und ob ich unter einem neutralen oder nicht-neutralen Trümmerhaufen begraben liege, das dürfte kaum einen Unterschied machen.

Müssen wir uns nach diesen Jahrtausenden ständiger Kriege nicht fragen, ob der Mensch nicht vielleicht schon in seiner Anlage fehlerhaft ist? Und sind wir unserer Aggressionen wegen zum Untergang verurteilt? Wir alle wollen ja den Frieden. Gibt es denn da keine Möglichkeit, uns zu ändern, ehe es zu spät ist? Könnten wir es nicht vielleicht lernen, auf Gewalt zu verzichten? Könnten wir nicht versuchen, eine ganz neue Art Mensch zu werden? Wie aber sollte das geschehen, und wo sollte man anfangen?

Ich glaube, wir müssen von Grund auf beginnen. Bei den Kindern.

Sie, meine Freunde, haben Ihren Friedenspreis einer Kinderbuchautorin verliehen, und da werden Sie kaum weite politische Ausblicke oder Vorschläge zur Lösung internationaler Probleme erwarten. Ich möchte zu Ihnen über die Kinder sprechen. Über meine Sorge um sie und meine Hoffnung für sie.

Die jetzt Kinder sind, werden ja einst die Geschäfte unserer Welt übernehmen, sofern dann noch etwas von ihr übrig ist. Sie sind es, die über Krieg und Frieden bestimmen werden und darüber, in was für einer Gesellschaft sie leben wollen. In einer, wo die Gewalt nur ständig weiterwächst, oder in einer, wo die Menschen in Frieden und Eintracht miteinander leben.

Gibt es auch nur die geringste Hoffnung darauf, dass die heutigen Kinder dereinst eine friedlichere Welt aufbauen werden, als wir es vermocht haben? Und warum ist uns dies trotz allen guten Willens so schlecht gelungen?

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, welch ein Schock es für mich gewesen ist, als mir eines Tages – ich war damals noch sehr jung – klar wurde, dass die Männer, die die Geschichte der Völker und der Welt lenkten, keine höheren Wesen mit übernatürlichen Gaben und göttlicher Weisheit waren. Dass sie Menschen waren mit den gleichen menschlichen Schwächen wie ich. Aber sie hatten Macht und konnten jeden Augenblick schicksalsschwere Entscheidungen fällen, je nach den Antrieben und Kräften, von denen sie beherrscht wurden. So konnte es, traf es sich besonders unglücklich, zum Krieg kommen, nur weil ein einziger Mensch von Machtgier oder Rachsucht besessen war, von Eitelkeit oder Gewinnsucht, oder aber – und das scheint das häufigste zu sein – von dem blinden Glauben an die Gewalt als das wirksamste Hilfsmittel in allen Situationen. Entsprechend konnte ein einziger guter und besonnener Mensch hier und da Katastrophen verhindern, eben weil er gut und besonnen war und auf Gewalt verzichtete.

Daraus konnte ich nur das eine folgern:
Es sind immer auch einzelne Menschen, die die Geschichte der Welt bestimmen. Warum aber waren denn nicht alle gut und besonnen? Warum gibt es so viele, die nur Gewalt wollten und nach Macht strebten? Waren einige von Natur aus böse? Das konnte ich damals nicht glauben, und ich glaube es auch heute nicht.

Die Intelligenz, die Gaben des Verstandes mögen zum größten Teil angeboren sein, aber in keinem neugeborenen Kind schlummert ein Samenkorn, aus dem zwangsläufig Gutes oder Böses sprießt. Ob ein Kind zu einem warmherzigen, offenen und vertrauensvollen Menschen mit Sinn für das Gemeinwohl heranwächst oder aber zu einem gefühlskalten, destruktiven, egoistischen Menschen, das entscheiden die, denen das Kind in dieser Welt anvertraut ist, je nachdem, ob sie ihm zeigen, was Liebe ist, oder aber dies nicht tun.

„Überall lernt man nur von dem, den man liebt“,
hat Goethe einmal gesagt, und dann muss es wohl wahr sein.
Ein Kind, das von seinen Eltern liebevoll behandelt wird und das seine Eltern liebt, gewinnt dadurch ein liebevolles Verhältnis zu seiner Umwelt und bewahrt diese Grundeinstellung sein Leben lang. Und das ist auch dann gut, wenn das Kind später nicht zu denen gehört, die das Schicksal der Welt lenken. Sollte das Kind aber wider Erwarten eines Tages doch zu diesen Mächtigen gehören, dann ist es für uns alle ein Glück, wenn seinen Grundhaltung durch Liebe geprägt worden ist und nicht durch Gewalt. Auch künftige Staatsmänner und Politiker werden zu Charakteren geformt, noch bevor sie das fünfte Lebensjahr erreicht haben – das ist erschreckend, aber es ist wahr.

Blicken wir nun einmal zurück auf die Methoden der Kindererziehung früherer Zeiten. Ging es dabei nicht allzu häufig darum, den Willen des Kindes mit Gewalt, sei sie physischer oder psychischer Art, zu brechen? Wie viele Kinder haben ihren ersten Unterricht in Gewalt „von denen, die man liebt“, nämlich von den eigenen Eltern erhalten und dieses Wissen dann der nächsten Generation weitergegeben!

Und so ging es fort, „Wer die Rute schont, verdirbt den Knaben“, hieß es schon im Alten Testament, und daran haben durch die Jahrhunderte viele Väter und Mütter geglaubt. Sie haben fleißig die Rute geschwungen und das Liebe genannt. Wie aber war denn nun die Kindheit aller dieser wirklich „verdorbenen Knaben“, von denen es zur Zeit so viele auf der Welt gibt, dieser Diktatoren, Tyrannen und Unterdrücker, dieser Menschenschinder?
Dem sollte man einmal nachgehen.

Ich bin überzeugt davon, dass wir bei den meisten von ihnen auf einen tyrannischen Erzieher stoßen würden, der mit einer Rute hinter ihnen stand, ob sie nun aus Holz war oder im Demütigen, Kränken, Bloßstellen, Angstmachen bestand.

In den vielen von Hass geprägten Kindheitsschilderungen der Literatur wimmelt es von solchen häuslichen Tyrannen, die ihre Kinder durch Furcht und Schrecken zu Gehorsam und Unterwerfung gezwungen und dadurch für das Leben mehr oder weniger verdorben haben. Zum Glück hat es nicht nur diese Sorte von Erziehern gegeben, denn natürlich haben Eltern ihre Kinder auch schon von jeher mit Liebe und ohne Gewalt erzogen. Aber wohl erst in unserem Jahrhundert haben Eltern damit begonnen, ihre Kinder als ihresgleichen zu betrachten und ihnen das Recht einzuräumen, ihre Persönlichkeit in einer Familiendemokratie ohne Unterdrückung und ohne Gewalt frei zu entwickeln.

Muss man da nicht verzweifeln, wenn jetzt plötzlich Stimmen laut werden, die die Rückkehr zu dem alten autoritären System fordern? Denn genau das geschieht zur Zeit mancherortens in der Welt. Man ruft jetzt wieder nach „härterer Zucht“, nach „strafferen Zügeln“ und glaubt dadurch alle jugendlichen Unarten unterbinden zu können, die angeblich auf zuviel Freiheit und zuwenig Strenge in der Erziehung beruhen. Das aber hieße den Teufel mit dem Beelzebub austreiben und führt auf die Dauer nur zu noch mehr Gewalt und zu einer tieferen und gefährlicheren Kluft zwischen den Generationen.

Möglicherweise könnte diese erwünschte „härtere Zucht“ eine äußerliche Wirkung erzielen, die die Befürworter dann als Besserung deuten würden. Freilich nur so lange, bis auch sie allmählich zu der Erkenntnis gezwungen werden, dass Gewalt immer wieder nur Gewalt erzeugt – so wie es von jeher gewesen ist.

Nun mögen sich viele Eltern beunruhigt durch die neuen Signale fragen, ob sie es bisher falsch gemacht haben. Ob eine freie Erziehung, in der die Erwachsenen es nicht für selbstverständlich halten, dass sie das Recht haben zu befehlen und die Kinder die Pflicht haben, sich zu fügen, womöglich nicht doch falsch oder gefährlich sei.

Freie und un-autoritäre Erziehung bedeutet nicht, dass man die Kinder sich selber überlässt, dass sie tun und lassen dürfen, was sie wollen. Es bedeutet nicht, dass sie ohne Normen aufwachsen sollen, was sie selber übrigens gar nicht wünschen.

Verhaltensnormen brauchen wir alle, Kinder und Erwachsene, und durch das Beispiel ihrer Eltern lernen die Kinder mehr als durch irgendwelche anderen Methoden. Ganz gewiss sollen Kinder Achtung vor ihren Eltern haben, aber ganz gewiss sollen auch Eltern Achtung vor ihren Kindern haben, und niemals dürfen sie ihre natürliche Überlegenheit missbrauchen. Liebevolle Achtung voreinander, das möchte man allen Eltern und allen Kindern wünschen.

Jenen aber, die jetzt so vernehmlich nach härterer Zucht und strafferen Zügeln rufen, möchte ich das erzählen, was mir einmal eine alte Dame berichtet hat. Sie war eine junge Mutter zu der Zeit, als man noch an diesen Bibelspruch glaubte, dieses „Wer die Rute schont, verdirbt den Knaben“.

Im Grunde ihres Herzens glaubte sie wohl gar nicht daran, aber eines Tages hatte ihr kleiner Sohn etwas getan, wofür er ihrer Meinung nach eine Tracht Prügel verdient hatte, die erste in seinem Leben. Sie trug ihm auf, in den Garten zu gehen und selber nach einem Stock zu suchen, den er ihr dann bringen sollte. Der kleine Junge ging und blieb lange fort. Schließlich kam er weinend zurück und sagte: „Ich habe keinen Stock finden können, aber hier hast du einen Stein, den kannst du ja nach mir werfen.“

Da aber fing auch die Mutter an zu weinen, denn plötzlich sah sie alles mit den Augen des Kindes. Das Kind musste gedacht haben, „Meine Mutter will mir wirklich weh tun, und das kann sie ja auch mit einem Stein.“

Sie nahm ihren kleinen Sohn in die Arme, und beide weinten eine Weile gemeinsam. Dann legte sie den Stein auf ein Bord in der Küche, und dort blieb er liegen als ständige Mahnung an das Versprechen, das sie sich in dieser Stunde selber gegeben hatte: „NIEMALS GEWALT!“

Ja, aber wenn wir unsere Kinder nun ohne Gewalt und ohne irgendwelche straffen Zügel erziehen, entsteht dadurch schon ein neues Menschengeschlecht, das in ewigem Frieden lebt? Etwas so Einfältiges kann sich wohl nur ein Kinderbuchautor erhoffen! Ich weiß, dass es eine Utopie ist. Und ganz gewiss gibt es in unserer armen, kranken Welt noch sehr viel anderes, das gleichfalls geändert werden muss, soll es Frieden geben. Aber in dieser unserer Gegenwart gibt es – selbst ohne Krieg – so unfassbar viel Grausamkeit, Gewalt und Unterdrückung auf Erden, und das bleibt den Kindern keineswegs verborgen. Sie sehen und hören und lesen es täglich, und schließlich glauben sie gar, Gewalt sei ein natürlicher Zustand.

Müssen wir ihnen dann nicht wenigstens daheim durch unser Beispiel zeigen, dass es eine andere Art zu leben gibt?

Vielleicht wäre es gut, wenn wir alle einen kleinen Stein auf das Küchenbord legten als Mahnung für uns und für die Kinder:
NIEMALS GEWALT!
Es könnte trotz allem mit der Zeit ein winziger Beitrag sein zum Frieden in der Welt.

#rosawinkel Max: "Erinnern, erinnern ich kann mich nicht erinnern. " Sollte man aber.

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Termine: 29.11, 04.12, 06.12, 13.12, 19.12, 20.12

Karten kaufen.
Presse Merkur
Von Berlin über Köln nach Dachau und wieder zurück und wieder hin. Es wird gesungen, geschlagen und gelacht. Man sieht 6 Männer, in allen Altersgruppen, die Sorgen überschneiden sich. Wer arrangiert sich wo und wie und weshalb. Wer duckt sich weg. Man nimmt sich selbst mal zurück. Einer kämpft für einen Anderen, einer für sich selbst und doch alle gemeinsam.
An jeder Ecke lauert er und wenn ihn nicht sieht,  sich nicht rechtzeitig duckt oder nicht schnell genug ja und Amen sagt, ist man dennoch … .
Bevor ich es vergesse. In Fürstenfeldbruck ist man in 20 min von der Hackerbrücke aus. Noch ein kleiner Spaziergang Richtung Kloster und man ist schon da. Wer eine Stunde vorher losgeht schafft es also ohne den kleinsten Stressfaktor.

Premiere am 14.11 #rosawinkel in der Neue Bühne Bruck

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Die Verfolgung und systematische Ermordung so vieler Menschen kann man nicht fassen und nur sehr bedingt erzählen. Der „Rosa Winkel“ beschäftigt sich mit  Einzelschicksalen und in diesem Fall mit der Verfolgung der Homosexuellen zur NS-Zeit.
Geduldet aber nicht anerkannt. Ein Zustand der auch in europäischen Beitrittsländern oder angrenzenden Ländern noch herrscht.
Info am Rande:
Dieses Jahr fand eine Ausstellung in der Hypokunsthalle in München statt.
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Ein rosa Dreieck  kreiert vom Künstler Keith Haring . Dazu ein Ausschnitt aus dem Interview mit dem Kuratur Dieter Buchhardt.

Welches Werk hat für Sie eine besondere Bedeutung in der Münchner Ausstellung?
Im Münchner Kontext ist z.B. »Silence = Death« [Schweigen = Tod]: Das rosa Dreieck übernahm Haring von dem sog. ›Rosa Winkel‹, der in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern, z.B. wenige Kilometer von München entfernt, im KZ Dachau, als Kennzeichnung für Homosexuelle verwendet wurde. Nach 1945 wurde der Winkel in Homosexuellenbewegungen als Protestsymbol genutzt; so auch von der Aids-Interessenvertretung ACT UP, in der Haring aktiv war und für die er u. a. Plakate entwarf. Die Adaption einer solch grauenhaften Symbolik in seinem Werk in Kombination mit dem impliziten Aufruf, die Geschichte nicht zu vergessen und mündig zu werden, macht dieses Werk einzigartig.

Stückinhalt:
Gelacht, geschlagen, geliebt, grotesk und „Danke für das Gemüse.“ Woran hält man fest, was gibt einem Halt, wem kann man trauern, wer bin ich, wo ist die Liebe, wo ist der Sinn.
Wenn ihr vorbei kommt, „habt ihr einen Stein bei mir im Brett“ sagt der Horst, dieser Zyniker.
lg Joachim

#rosawinkel führt zur KZ Gedenkstätte nach #dachau @lsvd @SZ_FFB

Im Internet wollte ich nicht nach Sträflingskleidung recherchieren sondern ich griff einfach zum Telefon und begann zu wählen. Gelandet bin ich in der Gedenkstätte in Dachau bei Herrn Knoll. Er konnte mir diesbezüglich nicht direkt helfen sondern eher indirekt. Da Herr Knoll unter anderem für das Archiv in der Gedenkstätte verantwortlich ist, stellte sich heraus das er am Samstag eine extra Führung zum Thema „Homosexuelle im KZ Dachau“ halten würde. Kaum gehört war ich auch schon mitdabei.
Eine neue Gesamtsausstellung wurde 2002  eingerichtet und ich war wirklich beeindruckt wie hier Zeitgenossen und Historiker zusammen gearbeitet haben. Eine vielzahl von Berichten und Photos geben einem einen Blick in diese Zeit. Mein Bericht basiert auf der Führung und Mithilfe von Herrn Knoll, bei dem ich mich bedanken möchte. Ich konnte bei weitem nicht alles aufschreiben daher nur ein kleiner Teil dessen. Am 13.12 stellt Herr Knoll sein Buch in der Deutschen Eiche in München vor.
 
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Ein Paragraph wird sich an diesem Tag bei mir einbrennen : § 175a.
„Der § 175 des deutschen Strafgesetzbuches (§ 175 StGB) existierte vom 1. Januar 1872 (Inkrafttreten des Reichsstrafgesetzbuches) bis zum 11. Juni 1994. Er stellte sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe. Am 1. September 1935 verschärften die Nationalsozialisten den § 175, unter anderem durch Anhebung der Höchststrafe von sechs Monaten auf fünf Jahre Gefängnis..“ –  Wikipedia
Ein Gesetz auf das sich das NS-Regime unter anderem beziehen sollte.
Im Jahre 1934 kamen die ersten Homosexuellen ins Lager nach Dachau. Vorausgegangen war das SA Chef Ernst Röhm, dessen Homosexualität vor 1933 längst offenkundig war, ein Putsch gegen Hitler unterstellt wurde. Nach seiner Weigerung sich selbst zu erschiessen, erlag er dennoch einer Kugel. Als Röhm beseitigt war veranlassten die Gauleiter Antihomosexuelle Razzien. Ein Denunziantentum begann seinen Lauf zu nehmen. Jeder konnte jeden anzeigen, Familien untereinander, Freunde.  „Rosa Listen“ wurden in allen Polizeistellen angelegt. Wer mehrmals auffällig wurde kam später ins KZ wie z.B.: nach Dachau.
 
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Angekommen im Lager durfte man nicht telefonieren, niemanden informieren man war erstmal wie vom Erdboden verschluckt. Man legte seinen Namen ab und bekam eine Nummer. Bei Ankunft der Häftlinge musste öffentlich jeder bekanntgeben weswegen er hier war. Da es im Lager ein Winkelrangordnung gab und der „rosa Winkel“ weit unten rangierte, wurden sie von vielen gemieden.
 
Die Unterbringung in den Baracken sah bei den Homosexuellen so aus, das bei ihnen die ganze Nacht das Licht brannte. Es war nie dunkel und ständig wurden sie überwacht.WP_20151010_15_44_24_ProEs wurden Ihnen schwersten Arbeiten zugeteilt und bei der Essensausgabe erhielten sie besonders wenig. Sie wurden mit Überdosen von Testosteron behandelt und etlichen anderen Methoden. Viele Häftlinge arbeiteten ausserhalb, wie bei BMW (Flugzeugmotoren) oder in der „Plantage, ein SS-Betrieb, der seine Produkte der Baywa verkaufte. Das viele Bewohner nichts von den Zuständen im Lager wusste, halte ich für mehr als fragwürdig.
Im Jahr 1985 stifteten die Münchner Schwulengruppen einen Gedenkstein für die homosexuellen Häftlinge des KZ Dachau. Der Stein durfte aber erst 1995 im Museum aufgestellt werden.
 
 
 
 
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Erst im Jahre 2002 wurde ein Gedenkstein für die Homosexuellen Opfer in Dachau eingerichtet.
 
Was für Zustände im KZ geherrscht haben wurde mir aufs Neue wieder bewusst. Ein Besuch in der Gedenkstätte in Dachau kann ich nur empfehlen, übrigens denken 800.000 Menschen ebenso, so viele Besucher hat im Durchschnitte pro Jahr die Gedenkstätte .

Probenstart von "Rosa Winkel" Martin Sherman in www.buehne-bruck.de @SZ_FFB

Es ist schon einbisschen her, einmal gedreht und man steht wieder im Raum. In der Bühne Bruck steht die nächste Premiere an und am Montag beginnen die Proben.  Vom Thema her, bin ich nicht weit gewandert. Es ist eine Mischung aus den letzten Stücken, naja fast. Ich freue mich jetzt einfach drauf.
Ich heisse Horst. Also alleine das schon ist ein guter Einstieg. Und ich liebe die Männer und das war, zu der Zeit, geringer als der gelbe Stern. Ein „Rosa Winkel“ bedeckt meine Brust und ordnet mich ein. In ein System, an einem Ort, an dem die Hoffnung nicht mal am Himmel zu sehen ist. Was kann man hier noch verlieren ? Was kann man gewinne ? Man arbeitet von Zäunen umgeben, von oben bewacht und nach dem Schlaf wacht manch einer nicht mehr auf. Ist es sogar möglich seinen Charakter zu stärken ? Es riecht in der Luft nach allem was der Mensch so hergeben kann.  Ich wohne schon länger dort. Und es kommen jeden Tag neue Bewohner. Was kann ich mit meiner Vorstellung alles bewirken und das Ganze ohne jemanden anzuschauen. Die Augen provozieren doch mehr als man denkt. Immer schön auf den Boden schauen.
Welche Sprache kann man verwenden, die nicht jeder versteht.
Und bei alle dem, darf das wichtigste nicht fehlen ……. ..
Bald gibt es die Termine und noch mehr Eindrücke aus Fürstenfeldbruck.
 

"Im weißen Rößl" auf Schloß Albeck

Wie heimatliche Klänge die Zuschauer in Entzücken versetzen können, ist deutlich auf Schloß Albeck zu sehen.  Selbst bei Regen strömen die Zuschauer Richtung Sirnitz, auch wenn das Stück erst vor ein paar Monaten in Klagenfurt lief. Die Initiatorin Frau. Dr. Elisabeth Sickl, die das „Schloß“ 1987 vom Bistum kaufte, hat in unermüdlicher Arbeit einen Raum für Theater, Bildhauerei und Malerei geschaffen. Was wirklich sehr bemerkswert ist, weil Schloß Albeck in keinster Weise in einer Metropole liegt.
Wie ich festgestellt habe sind die Seen in Kärnten mehr als einen Besuch wert, allen voran natürlich der Wörthersee, der sich von der Farbe locker mit der Adria messen lassen kann. Genauso geht es einem mit diesen „Jausen“. In vielen Buschenschanken gibt es ausschliesslich Produkte aus dem eigenen Hause und ich kann jemandem nur raten hier einmal halt zu machen. Hier kann man auch beruhigt zu Christine und Josef gehen.
Natürlich freut es mich sehr auf der Bühne zu stehen und zu singen auch mal ohne Drama. Die letzten drei Vorstellungen stehen jetzt noch an, dass heisst den Hut aufsetzen und den Charme auf der Bühne gleiten lassen und den Sigismund nochmal singen zu lassen. Hier noch ein paar Photos.
 

#weissesrössl auf Schloss Ahlbeck mit einem Holzbidhauersymposion

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Die ersten Probenwochen in Kärnten sind schon wieder in die Berge gewandert und der Sigi bestaunt die Natur.
Es werden hier auch die Osterinseln eröffnet, auf Schloss Ahlbeck findet gerade das 5. internationales Holzbildhauersymposion zum Thema „Liebe“ statt und wer in Kärnten einmal gut Essen möchte sollte in Schloss Alhbeck unbedingt einen Abstecher machen. Die Waage wird es Ihnen Danken.
 
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Probenbeginn für das #weissesroesl in Kärnten

Vor vier Jahren durfte ich auf der Heunburg in Kärnten, die Premiere mit dem Stück „Die drei Vögel“ von Joanna Laurens feiern. Jetzt bin ich wieder für ein paar Monate in Kärnten. Ein absoluter Klassiker wird hier aufgeführt. Das Stück „Im weiße Rößl“ bietet einen sehr guten Boden für ein wahres Feuerwerk für die Lachmuskeln.
Lieder wie „Im Salzkammergut“ oder „Was kann der Sigimund dafür das er so schön ist“..
Wer also in der Nähe von Klagenfurt ist einfach melden.