#rosawinkel führt zur KZ Gedenkstätte nach #dachau @lsvd @SZ_FFB

Im Internet wollte ich nicht nach Sträflingskleidung recherchieren sondern ich griff einfach zum Telefon und begann zu wählen. Gelandet bin ich in der Gedenkstätte in Dachau bei Herrn Knoll. Er konnte mir diesbezüglich nicht direkt helfen sondern eher indirekt. Da Herr Knoll unter anderem für das Archiv in der Gedenkstätte verantwortlich ist, stellte sich heraus das er am Samstag eine extra Führung zum Thema „Homosexuelle im KZ Dachau“ halten würde. Kaum gehört war ich auch schon mitdabei.
Eine neue Gesamtsausstellung wurde 2002  eingerichtet und ich war wirklich beeindruckt wie hier Zeitgenossen und Historiker zusammen gearbeitet haben. Eine vielzahl von Berichten und Photos geben einem einen Blick in diese Zeit. Mein Bericht basiert auf der Führung und Mithilfe von Herrn Knoll, bei dem ich mich bedanken möchte. Ich konnte bei weitem nicht alles aufschreiben daher nur ein kleiner Teil dessen. Am 13.12 stellt Herr Knoll sein Buch in der Deutschen Eiche in München vor.
 
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Ein Paragraph wird sich an diesem Tag bei mir einbrennen : § 175a.
„Der § 175 des deutschen Strafgesetzbuches (§ 175 StGB) existierte vom 1. Januar 1872 (Inkrafttreten des Reichsstrafgesetzbuches) bis zum 11. Juni 1994. Er stellte sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe. Am 1. September 1935 verschärften die Nationalsozialisten den § 175, unter anderem durch Anhebung der Höchststrafe von sechs Monaten auf fünf Jahre Gefängnis..“ –  Wikipedia
Ein Gesetz auf das sich das NS-Regime unter anderem beziehen sollte.
Im Jahre 1934 kamen die ersten Homosexuellen ins Lager nach Dachau. Vorausgegangen war das SA Chef Ernst Röhm, dessen Homosexualität vor 1933 längst offenkundig war, ein Putsch gegen Hitler unterstellt wurde. Nach seiner Weigerung sich selbst zu erschiessen, erlag er dennoch einer Kugel. Als Röhm beseitigt war veranlassten die Gauleiter Antihomosexuelle Razzien. Ein Denunziantentum begann seinen Lauf zu nehmen. Jeder konnte jeden anzeigen, Familien untereinander, Freunde.  „Rosa Listen“ wurden in allen Polizeistellen angelegt. Wer mehrmals auffällig wurde kam später ins KZ wie z.B.: nach Dachau.
 
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Angekommen im Lager durfte man nicht telefonieren, niemanden informieren man war erstmal wie vom Erdboden verschluckt. Man legte seinen Namen ab und bekam eine Nummer. Bei Ankunft der Häftlinge musste öffentlich jeder bekanntgeben weswegen er hier war. Da es im Lager ein Winkelrangordnung gab und der „rosa Winkel“ weit unten rangierte, wurden sie von vielen gemieden.
 
Die Unterbringung in den Baracken sah bei den Homosexuellen so aus, das bei ihnen die ganze Nacht das Licht brannte. Es war nie dunkel und ständig wurden sie überwacht.WP_20151010_15_44_24_ProEs wurden Ihnen schwersten Arbeiten zugeteilt und bei der Essensausgabe erhielten sie besonders wenig. Sie wurden mit Überdosen von Testosteron behandelt und etlichen anderen Methoden. Viele Häftlinge arbeiteten ausserhalb, wie bei BMW (Flugzeugmotoren) oder in der „Plantage, ein SS-Betrieb, der seine Produkte der Baywa verkaufte. Das viele Bewohner nichts von den Zuständen im Lager wusste, halte ich für mehr als fragwürdig.
Im Jahr 1985 stifteten die Münchner Schwulengruppen einen Gedenkstein für die homosexuellen Häftlinge des KZ Dachau. Der Stein durfte aber erst 1995 im Museum aufgestellt werden.
 
 
 
 
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Erst im Jahre 2002 wurde ein Gedenkstein für die Homosexuellen Opfer in Dachau eingerichtet.
 
Was für Zustände im KZ geherrscht haben wurde mir aufs Neue wieder bewusst. Ein Besuch in der Gedenkstätte in Dachau kann ich nur empfehlen, übrigens denken 800.000 Menschen ebenso, so viele Besucher hat im Durchschnitte pro Jahr die Gedenkstätte .

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